Temperaturen um mehr oder weniger Null Grad, mäßiger Wind, bedeckter Himmel: Gemütlichkeit sieht anders aus. Aber das Volk in Sevelen sammelt sich dennoch am Kirchplatz, denn Spaß ist angesagt.
Schließlich ist Karneval und da will man sich verkleiden. Sevelen ist aber nur ein kleines Örtchen. Trotzdem soll es ein Mindestmaß an Buntheit geben.
Also wird ein Mini-Umzug organisiert und der macht seine Runde von der Kirche, über den Kreisverkehr zur Dorfstraße und über die Marienstraße zurück. Ganz vorneweg die Polizei mit dem blauen Licht. Dahinter das Trommlerkorps und die Vereine und Gruppierungen.
Kamelle wurden geworfen und die Kinder sammelten fleißig ein. Die Organisatoren von der Bruderschaft Sevelen 1453 hatten gemeinsam mit der Gemeindeverwaltung für ein hohes Maß an Sicherheit gesorgt. Die Trasse für den Umzug war mit Bauzaun umsäumt. An der Kirche schützte der Zaun die Grünflächen vor Wildpinklern und Trampeleien.
Nachdem die Fahrgeschäfte den Ortskern umrundet hatten, rief der Diskjockey zum Start des Schiebkarren-Rennens. Mittels einer hölzernen Schubkarre sollten Gymnastikbälle gefühlvoll über eine knapp hundert Meter lange Laufstrecke balanciert werden. Die verwendeten Transportgeräte sind so oder ähnlich in der sächsischen Lausitz auch als "Schiebock" bekannt. Die dortige Kreisstadt Bischofswerda ist für die historische Textilindustrie bekannt. Die dort oft eingesetzten Karren gaben der Stadt ihren Spitznamen.
Hier wurde damit einfach nur für Unterhaltung gesorgt. Ohne die Bälle transportieren zu dürfen, ist dann doch nicht ganz so einfach, wie man zunächst denken könnte. Aber Freude am Spiel hatten Teilnehmer und Zuschauer gemeinsam.

